Amazon SEO

Auf Amazon ist eine eigene Suchmaschine integriert, allein dafür ist Amazon SEO wichtig. Doch diese beeinflusst auch das Suchergebnis bei Google. Gleichzeitig unterscheiden sich Amazon und Google SEO ein wenig. Es gibt also gute Gründe, sich mit der Suchmaschine auf Amazon gründlich zu befassen.

Besonderheiten von Amazon SEO

Da es auf dem Online-Marktplatz um das spezifische Auffinden von Produkten geht, ist die Amazon-Suchmaschine mit besonderen Features ausgestattet. Vor allem lassen sich Marktplatz-Optimierungen (MPO) durchführen, welche die Suchergebnislisten deutlich beeinflussen können.

Die Ergebnisse müssen allerdings für den Nutzer relevant sein, hierbei gibt es praktisch keine Unterschiede zwischen der Amazon und der Google SEO. Nutzer können die Relevanz auf Amazon allerdings steuern: Sie können sich die Ergebnisse nach auf- und absteigendem Preis sowie nach Beliebtheit (Standardeinstellung) anzeigen lassen.

Ansonsten ist zwar auch bei Amazon hochwertiger Content mit Keyword-Optimierung wichtig, jedoch auch das exakte Listing von Produkteigenschaften. Um die Unterschiede zwischen den Suchmaschinen von Amazon und Google zu verstehen, müssen sich Vermarkter vor Augen halten, dass der Marktplatz direkt Produkte verkaufen will, Google hingegen Werbeanzeigen, die in organische Suchergebnisse eingestreut werden.

Das Ranking der Produkte hängt wiederum auch von ihren Verkaufszahlen (bei der Relevanz “Beliebtheit”) und von ihrem Preis bei einer preislichen Sortierung ab.

Da Amazon aber die Beliebtheit als Standardeinstellung vorgibt und diese Einstellung von vielen Nutzern übernommen wird (weil sie auch sinnvoll ist), haben Vermarkter wiederum die Chance, durch gute Suchmaschinenoptimierung auf Amazon in der Beliebtheitsskala nach oben zu steigen, was die Verkäufe befeuert und damit die Beliebtheit des Produkts aus Sicht der Amazon Suchmaschine noch mehr steigert.

Wie bei Google werden auch bei Amazon die ersten fünf Ergebnisse am weitaus häufigsten angeklickt.

Die Amazon Suchmaschine

Diese Suchmaschine heißt schlicht A9, sie weist ähnliche Hebel wie die Google Suchmaschine auf.

Das Suchverhalten der Nutzer ist freilich auf Amazon ein anderes als auf Google. Beim Händler suchen wir nicht – wie bei Google – eher nach allgemeinen Informationen und Problemlösungen, sondern nach Produkten.

Deren Zahl bewegt sich permanent um 160 bis 170 Millionen, alljährlich verkauft der Handelsgigant weltweit rund zwei Milliarden Mal. Da nun die Kunden natürlich auch manchmal von Google auf Amazon gelangen, jedoch vielfach auch direkt beim Händler suchen, spielt hier die Onpage-Optimierung einer Produktseite eine essenzielle Rolle.

Die Qualität der Produktinformationen muss hierbei erstklassig ausfallen. Folgende Punkte sind in jedem Fall zu beachten:

  • Der Produkttitel muss klar zum Produkt passen.
  • Es gehören sinnvolle Bullet Points mit den richtigen Keywords zur Beschreibung
  • Bilder sind unerlässlich, sie müssen hochwertig und detailreich ausfallen. Letzteres funktioniert mit einer Auflösung ab 1.000 x 1.000 Pixel
  • Die Produktbeschreibung muss absolut aussagekräftig und ansprechend sein. Sie darf natürlich werblich ausfallen, doch sie muss auch die wesentlichen Informationen an vorderster Stelle nennen. Das wären bei einem Sideboard beispielsweise die Maße, bei einer Waschmaschine das Volumen und die Drehzahl der Schleuder.

Wer gute Produktbeschreibungen verfasst, kann schon in Stunden oder gar Minuten auf ein besseres Ranking in der Amazon Suchmaschine hoffen.

Das klappt bei Google nur ganz selten. Die Rankingfaktoren der Suchmaschine A9 von Amazon fokussieren auf drei Kernbereiche:

  • Passen die Informationen des Suchergebnisses – also die Produktbeschreibung – zur Suchanfrage?
  • Hat das Produkt einen attraktiven Preis bei angemessener Lieferzeit?
  • Wird es oft und gut von anderen Kunden rezensiert?

Den Preis und die Lieferzeit können Vermarkter – wenn sie nicht selbst Produzenten sind – nicht beeinflussen, jedoch können sie diese Kriterien, wenn sie positiv ausfallen, sehr stark in den Vordergrund rücken.

Eine gute Produktbeschreibung auf Amazon

Eine solche Beschreibung beginnt mit einem starken Produkttitel. Wenn möglich, sollte dieser den Brand, Keywords, Produkteigenschaften und USPs nennen.

Das lässt sich selten allein im Titel unterbringen, aber in Head- und Subheadlines. Der Titel und die Headlines sollten zusammen maximal 200 Zeichen enthalten, kürzer ist immer besser. Es folgen wichtige Keywords in der Amazon Seller Central.

Diese Keywords übernehmen die Funktion früherer Meta-Tags bei Google. Sie sind für den Kunden nicht sichtbar, der Platz sollte genutzt werden (fünf Zeilen zu jeweils 50 Zeichen).

Geschickt sind Bindestrichen-Kombination, die der Amazon Suchalgorithmus als UND-Verknüpfung interpretiert. “Tee-Glas” rankt dann unter Tee, Glas und Teeglas. Auch in der Produktbeschreibung lassen sich noch Keywords unterbringen.

Kundenrezensionen

Diese wirken immer gut für das Ranking, auch wenn sie nicht durchweg das Produkt lobpreisen. Es ist daher wertvoll, die Kunden um eine Rezension zu bitten.

Mit Kritik sollte ein Hersteller konstruktiv umgehen. Gute Produkte erhalten oft viele begeisterte Rezensionen, die das Ranking selbst bei Google beeinflussen.

Welches Gewicht hat Amazon SEO für den Umsatz?

Der Preis, die Produktqualität, Lieferbedingungen (Zeit und Versandkosten) sowie FBA / Amazon Prime spielen natürlich eine sehr große Rolle für den Umsatz.

Dennoch ist es unglaublich nützlich, durch die Suchmaschinenoptimierung in A9 das Produkt überhaupt in den Fokus der Kundschaft zu rücken. Wenn es gut rankt, kann das den Umsatz vervielfachen.